Der Ostseeloop an der Seebrücke von Timmendorf
400.000 Euro für den Ostsee LOOP: Braucht Timmendorfer Strand das neue Wahrzeichen?
Der spiegelnde Ring vor der neuen Seebrücke wiegt 10,5 Tonnen und kostet rund 400.000 Euro. Bei einer RADIO LÜBECK Umfrage gehen die Meinungen auseinander: Kunstwerk oder verzichtbare Investition?
Ein zehn Meter großer Ring aus spiegelndem Stahl, sieben Meter hoch und rund 10,5 Tonnen schwer: Der Ostsee LOOP vor der neuen Seebrücke in Timmendorfer Strand fällt auf. Doch ob die Gemeinde dafür rund 400.000 Euro ausgeben musste, darüber gehen die Meinungen auseinander. Bei einer Umfrage von RADIO LÜBECK zeigen sich sowohl Begeisterung als auch deutliche Kritik.
400.000 Euro für einen spiegelnden Ring
Der Ostsee LOOP soll als Kunstobjekt und Fotomotiv den Eingangsbereich zur neuen Seebrücke aufwerten. Dafür wurden 30 Spiegelelemente aus poliertem, rostfreiem Stahl an einer Stahlkonstruktion angebracht. Bei Dunkelheit sorgen Lampen für zusätzliche Lichteffekte. Die spiegelnde Oberfläche nimmt je nach Tageszeit und Blickwinkel die Umgebung auf.
Rund 400.000 Euro hat die Skulptur nach einem Bericht der Lübecker Nachrichten gekostet. Für die Neugestaltung des gesamten Seebrückenvorplatzes einschließlich des Kunstwerks wurden rund 1,3 Millionen Euro ausgegeben. Davon stammen dem Bericht zufolge 744.000 Euro aus Fördermitteln.
„Kann man nie genug haben“
Bei der RADIO-LÜBECK-Umfrage wird schnell deutlich: Nicht jeder weiß auf Anhieb, was es mit dem Ring auf sich hat. Ein Besucher rätselt, ob das Objekt für Aufführungen oder Veranstaltungen gedacht sein könnte. Ein anderer vermutet ein Kunstwerk, das gestalterisch zur neuen Seebrücke passt. Welche konkrete Bedeutung dahintersteckt, kann er allerdings nicht sagen.
Ist Timmendorfer Strand also überhaupt ein weiteres Wahrzeichen nötig? Ein Besucher sieht das entspannt: „Kann man nie genug haben, würde ich sagen. Und wenn man schon eine neue Brücke hat, dann kann man ja auch ein Wahrzeichen dazu haben, ne?“
Auch die spiegelnden Flächen kommen gut an. Ein weiterer Befragter erzählt, dass er sich direkt vor dem Ring fotografiert habe. Das Kunstwerk erinnere ihn an spiegelnde Architektur in Berlin. Sein Urteil ist eindeutig: „Nee, finde ich gut. Ist richtig schick.“

Der Ostseeloop bei Dämmerung in Timmendorf
Kritik an den Kosten
Andere Besucher stellen dagegen den Nutzen der Investition infrage. Auf die Frage, ob Timmendorfer Strand ein neues Wahrzeichen brauche, antwortet ein Befragter: „Ja, eigentlich nicht, ne? Nee, das Geld hätte man sparen können, ne?“
Auch ein anderer Besucher ist nicht überzeugt, dass der Ring tatsächlich zu einem neuen Wahrzeichen wird. Zwar passe er sich gut in die Umgebung ein, ein besonderes Highlight sei er für ihn aber nicht. Gerade im Vergleich zu den älteren Häuserfassaden bleibe der moderne Ring ein deutlicher Kontrast.
Fotomotiv mit Fragezeichen
Der Ostsee LOOP soll die neue Seebrücke ergänzen und Besucher zum Fotografieren einladen. Dass der Ring Aufmerksamkeit erzeugt, zeigt auch die Umfrage: Manche machen direkt Bilder, andere müssen erst überlegen, welchen Zweck das Bauwerk erfüllt.
Ob sich die Investition langfristig als neues Wahrzeichen etabliert, bleibt offen. Für die einen ist der spiegelnde Ring eine moderne Ergänzung der Seebrücke, für die anderen eine Ausgabe, die an anderer Stelle sinnvoller gewesen wäre. Einig sind sich die Befragten zumindest darin, dass der Ostsee LOOP kaum zu übersehen ist.
Zum Reinhören: Im Küstenklönschnack von RADIO LÜBECK sprechen wir mit Menschen von der Ostsee, hören ihre Geschichten und erfahren, was unsere Küste so besonders macht. Den Radiobeitrag gibt’s hier zum Nachhören:
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